Adoption und Pflegekinderverein FindefüXXe
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Informationen zum Thema Adoption

Adoption

Für Kinder, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, bedeutet die Adoption ein Leben in einer neuen Familie.

Umgekehrt stellt die Adoption auch für Kinderlose eine Möglichkeit dar, eine eigene Familie zu gründen und dadurch einem Kind ein Leben in einer Familie zu ermöglichen.

Mit einer Adoption sind meist viele Fragen verbunden, wie z.B.:

- Unter welchen Vorraussetzungen kann ein Kind adoptiert werden?

- Welche Rechte und Pflichten verbinden sich mit einer Adoption?

- Wie unterscheidet sich eine Adoption von einer Pfege?

- Welche Hilfen können in Anspruch genommen werden?

Die Adoptionsvermittlungsstellen haben den gesetzlichen und fachlichen Auftrag, für jedes zu vermittelnde Kind die am besten geeigneten Eltern zu finden. Der zentrale Gesichtspunkt einer jeden Adoption ist das Wohl des Kindes.

Adoption: Unterschied zwischen Pflegekindern und Adoptivkindern

Adoptierte Kinder sind rechtlich alleinige Kinder ihrer Adoptiveltern und nicht mehr ihrer leiblichen Eltern. Damit einher gehen das Sorgerecht der Adoptiveltern sowie deren Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind. Das Kind erhält im Regelfall den Familiennamen seiner Adoptiveltern - und wenn einer der Annehmenden Deutscher, das Kind hingegen ausländischer Herkunft ist, auch die deutsche Staatsangehörigkeit.

 

Pflegeeltern erhalten dagegen nicht das Sorgerecht für das ihnen anvertraute Pflegekind. Die elterliche Sorge verbleibt auch bei einem Pflegeverhältnis grundsätzlich bei den leiblichen Eltern. Allerdings haben die Pflegeeltern die Entscheidungsbefugnis in Angelegenheiten des täglichen Lebens des Kindes, wenn das Pflegeverhältnis eine Dauerpflege wird. Die Pflegeeltern erhalten staatliche finanzielle Unterstützung für den Unterhalt des Kindes und für ihren erzieherischen Einsatz. 

Adoption: Freigabe eines Kindes zur Adoption

Es gibt ganz verschiedene Gründe, warum sich Mütter oder auch Eltern entscheiden, ihr Kind zur Adoption freizugeben. Überwiegend handelt es sich um bestimmte Notlagen, in denen die Adoption als beste Lösung im Interesse von Kind und Mutter bzw. Eltern erscheint.

Das Kind kann entweder direkt nach der Geburt oder auch zu einem späteren Zeitpunkt in eine Adoptivfamilie vermittelt werden. Die Einwilligung in die Adoption kann jedoch frühstens acht Wochen nach der Geburt des Kindes erfolgen.

Wenn sich Mütter oder Eltern mit dem Gedanken befassen, Ihr Kind zur Adoption freizugeben, können sie sich deutschlandweit an jede Adoptionsvermittlungsstelle eines Jugendamtes oder eines freien Trägers wenden. Sie erhalten dort ausführliche Informationen und werden umfassend bereaten. Die Adoptionsvermittlungsstellen zeigen darüber hinaus auch Möglichkeiten von sonstigen Hilfen auf, die eventuell doch ein Leben mit dem Kind ermöglichen können.

Die weit reichende Entscheidung einer Adoption sollte niemals unter Zeitdruck getroffen werden. Es ist daher sinnvoll, möglichst frühzeitig mit einer Adoptionsvermittlungsstelle Kontakt aufzunehmen.

 

Arten der Adoption

Inkognito-Adoption

Durch § 1758 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches wird folgendes festgelegt:

 

"Tatsachen, die geeignet sind, die Annahme und ihre Umstände aufzudecken, dürfen ohne Zustimmung des Annehmenden und des Kindes nicht offenbart oder ausgeforscht werden, es sei denn, dass besondere Gründe des öffentlichen Interesses dies erfordern."

Die Inkognito Adoption ist deshalb in Deutschland immer noch der Regelfall. Bei der Inkognito Adoption kommt es also weder zu einer Verbindung zwischen den leiblichen Eltern und den Adoptiveltern noch bleibt ein Kontakt zwischen dem Kind selbst und seinen leiblichen Eltern bestehen. Die Adoptiveltern kennen einige Daten aus der Vorgeschichte des Kindes, den leiblichen Eltern jedoch sind die Adoptiveltern unbekannt.

In der Inkognito Adoption sehen viele den Vorteil, dass die Beziehung zwischen Adoptiveltern und ihrem Adoptivkind aufgebaut werden kann, ohne dass mit den leiblichen Eltern eine weitere Partei beteiligt ist, mit der man sich eventuell auseinandersetzen muss. Ältere Kinder haben bei der Inkognito Adoption mehr Klarheit, wer ihre Bezugspersonen sind. Verheimlichen sollten Adoptiveltern ihren adoptierten Sprösslingen dennoch nicht, dass sie adoptiert wurden. Aus Erfahrungsberichten weiß man, dass viele Adoptivkinder, denen die Adoption verheimlicht wurde, das Gefühl bekamen, dass irgentetwas nicht stimme. Erfahren Adoptivkinder durch Zufall von der Adoption, haben sie häufig das Gefühl ein Leben lang belogen worden zu sein.

 

Halboffene Adoption

Die halboffene Adoption ist quasi ein Mittelding zwischen der Inkognito-Adoption und der offenen Adoption.

Die leiblichen Eltern können Fotos oder Briefe, die sie über den Werdegang des Kindes informieren erhalten. All das geschieht, ohne dass die Anonymität der Adoptiveltern dabei verloren geht, weil die Adoptionsvermittlungsstelle als Vermittler fungiert.

 

Offene Adoption

Die offene Adoption ist die Deutschland weitaus seltenere Variante, nichtsdestotrotz mehren sich Stimmen, die sie - je nach Situation - für eine gute Alternative halten. Ganz genau definiert ist der Begriff nicht, vielmehr steht er für Formen der Adoption in Deutschland, bei denen zwischen den Adoptiveltern und den leiblichen Eltern eines Kindes ein fortlaufender persönlicher Kontakt besteht. Allerdings haben die Adoptiveltern die kompletten Elternrechte übernommen, was im Streitfall bedeutet, dass die Adoptiveltern den Kontakt zwischen dem Kind und den leiblichen Eltern untersagen können. Im besten Fall jedoch kann so eine offene Adoption das Wohl des Kindes am besten gewährleisten, weil kein Teil seiner Geschichte ausgeklammert wird aus seinem Leben. Wenn Rollen im Bezug auf das Kind klar definiert sind, kann eine offene Adoption gut funktionieren.

 

Pflegekinder

Ein Pflegeverhältnis zwischen Erwachsenen und nicht von ihnen geborten oder gezeugten Kindern entsteht dann, wenn die Kinder zeitweise oder auch dauerhaft unter der Obhut der Erwachsenen stehen. Aus rechtlicher Sicht bleiben die Kinder dabei jedoch - anders als bei der Adoption - Kinder ihrer leiblichen Eltern. Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt die Rechte der Pflegeeltern; dort heißt es in §1688, Absatz 1:

Lebt ein Kind für längere Zeit in Familienpflege, so ist die Pflegeperson berechtigt, in Angelegenheiten des täglichen Lebens zu entscheiden sowie den Inhaber der elterlichen Sorge in solchen Angelegenheiten zu vertreten.

 

Die Frage nach den leiblichen Eltern

Sie sollten Ihren Kindern nichts vormachen, Sie sollten ihnen irgendwann sagen, dass Sie durch eine Adoption die Eltern des Kindes geworden sind.

Möglicherweise verspürt Ihr Adoptivkind irgendwann den Wunsch, seine Wurzeln zu ergründen, zu erfahren wer seine leiblichen Eltern sind, wo es herkommt. Werten Sie das nicht als Ablehnung Ihnen gegenüber; so ist es nicht gemeint.

Die wichtige Rolle, die Sie im Leben Ihres Adoptivkindes spielen, wird Ihnen das nicht nehmen. Unterstützen Sie Ihr Adoptivkind zu gegebener Zeit dabei, Kontakt zu den leiblichen Eltern aufzunehmen, wenn es den Wunsch dazu verspürt.

Es ist der vielleicht beste Weg, die Liebe Ihres Kindes zu Ihnen zu bewahren.

 

Adoption älterer Kinder

Die meisten potenziellen Adoptiveltern, die ein Kind adoptieren möchten, wünschen sich ein Baby zur Adoption, vielleicht, weil es am ehesten den Eindruck vermittelt, dass es ein ganz und gar eigenes Kind ist?

Ältere Kinder sind vorgeprägt durch viele Erfahrungen, bringen ganz eigene Probleme mit, die sich aus ihrem früheren Leben ergeben haben.

Es ist eine besondere Herausforderung, sich um solche Kinder zu kümmern, aber vielleicht... auch eine besonders schöne ? Einem Kind, das vielleicht bisher wenig Liebe erfahren durfte, das eventuell Schmerz durch erzwungene Abschiede erfahren hat, wieder Hoffnung, Lebensmut, ein bisschen Glück zu geben, kann einen auch selbst glücklich machen. Aber man sollte dieser Aufgabe gewachsen sein.

Noch etwas schwieriger kann die Adoption älterer Kinder aus dem Ausland sein, insbesondere, wenn diese Kinder aus einem Kulturkreis stammen, der sich deutlich von unserem unterscheidet. Auch hier ist viel Sensibilität gefragt, die Sie aufbringen sollten.

FindefüXXe Hildesheim e.V.